Panik beim Sporttauchen

Schlagwörter: Körperreaktionen Vermeidungshandlungen Tauchtiefen Tauchpartner

Angst kann der Vorbote einer Panik sein, wobei beide Begriffe nicht miteinander zu verwechseln sind. So äußert sich Angst meist durch rationale Körperreaktionen wie erhöhte Herzfrequenz, Verkrampftheit oder Zittern. In einer solchen Situation ist man aber immer noch in der Lage, vernünftige Entscheidungen über Vermeidungshandlungen zu treffen. Anders ist es bei einer Panik, die nur Flucht oder Lähmung als Wege des unbewußt gesteuerten Handelns kennt.

"Beim Tauchen entsteht Panik meistens durch eingebildeten oder durch tatsächlich vorhandenen Luftmangel. Die Reaktion ist fast immer die Flucht zur Oberfläche" (RAHIMI, 1997).

Um Paniken unter Wasser verhindern zu können, müssen die auslösenden Faktoren bekannt und Antwortreaktionen darauf vorher im Kopf, als auch praktisch durchgespielt worden sein.

Welche Situationen sind das, die eine Panik hervorrufen können?

RAHIMI nennt die folgend beschriebenen Aspekte:

Ÿ Einatmen von Wasser,

Ÿ Überatmung,

Ÿ landorientiertes Unterbewußtsein und

Ÿ Tauchtiefen.

Das Einatmen von Wasser durch Mund oder Nase führt bei Tauchschülern zur sofortigen Rückkehr an die Wasseroberfläche, was schon eine, wenn auch kleine, Panik darstellt. Sie müssen erst Erfahrungen sammeln, wie man adäquat in solchen Situationen reagieren kann. Natürlich ist Husten auch unter Wasser, mit einem Atemregler im Mund, möglich.

Erhöhte Anstrengungen, wie sie beispielsweise bei Gegenströmungen auftreten können, haben eine erhöhte Atemfrequenz zur Folge, die in ihrer Höhe bis zum Vermitteln des Gefühls des Luftmangels gehen kann. Luftkappheit führt unter Wasser zu Angst. Reagiert man in dieser Situation nicht, durch die Angst den Tauchpartner zu verlieren, mit Ausruhen, kommt es zur Überatmung und damit unweigerlich zur Panik.

Das landorientierte Unterbewußtsein benötigt einen Moment Zeit, besonders bei Tauchanfängern, sich auf das Medium Wasser einzustellen und sich mit seinem Reiz- Reaktionsschema daran anzupassen. So muß ihm klar sein, daß die veränderte Körperlage oder die Atmung unter Wasser nicht lebensbedrohlich ist.

Tauchtiefen, die bei der 40 Metergrenze oder darüber liegen, können bei jedem Sporttaucher, egal ob er ein Anfänger oder ein sehr erfahrener Sporttaucher ist, zu einem Tiefenrausch führen. Grund für so einen rauschähnlichen Zustand unter Wasser ist der Einfluß des erhöhten Stickstoff- oder Edelgaspartialdrucks auf das menschliche Nervensystem. Die Tiefe, in der man in eine solche Situation geraten kann, ist bei jedem Sporttaucher eine andere und ist noch dazu von der Tagesverfassung abhängig. Euphorie, Halluzinationen bis hin zu übergroßen Glücksgefühlen, können einen das Tarieren der Tiefe und die Kontrolle der Tauchdauer in einer ohnehin risikoreicheren Lage vergessen lassen. Fällt einem dann das Mißverhältnis zwischen Soll- und Ist- Werten der Tauchtiefe und der Tauchdauer des Tauchgangs auf, kann es zur Panik kommen.

Das frühzeitige Erkennen solcher Situationen ist der erste Schritt zur Vermeidung von Angst und damit auch von Panik.

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Angst und Angstverarbeitung beim Tauchen

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Einschätzung der physiologischen Erregung

Erregung bis zum Zeitpunkt "Beim Auftauchen" auszumachen
und das ohne den Peak zum Zeitpunkt "Am Tauchplatz".

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