Die Hypothesen wurden anhand von Literaturmeinungen sowie eigener Überlegungen und Erfahrungen aufgestellt.
Die erste Hypothese bezieht sich auf die Frage nach der subjektiven Einschätzung der physiologischen Erregung innerhalb der Rating-Skala.
(1) Unerfahrene Sporttaucher schätzen ihre Erregung durchschnittlich
höher ein als erfahrene Sporttaucher.
Nach dem IPC-Fragebogen zur Kontrollüberzeugung können die Probanden in drei verschiedene Gruppen eingeteilt werden.
Zum einen sind das die internal orientierten Personen, die glauben, daß sie die Geschehnisse im Leben selbst steuern und regeln können und sie selbst einen Einfluß darauf haben, wie ihr Leben verläuft (IPCi-Skala). Zum anderen sind das external orientierte Personen, die entweder glauben, daß ihr Leben von mächtigeren Personen, die sie nicht selbst beeinflussen können, gesteuert wird (IPCp-Skala) oder glauben, daß die Welt unstrukturiert und ungeordnet sei und ihr Leben nur von Glück, Pech oder Schicksal abhängt (IPCc-Skala).
(2) Sporttaucher sind eher internal als external orientierte Personen
und weisen damit höhere Werte in der IPCi-Skala als in den Skalen
IPCp und IPCc auf.
Da Anfänger aufgrund ihrer erst kürzlich beendeten Ausbildung noch stark auf ihre Ausbilder fixiert sind, kann man vermuten, daß sie höhere Werte bei der IPCp-Skala angeben.
(3) Unerfahrene Sporttaucher neigen eher zur Externalität, die durch
das subjektive Gefühl der Machtlosigkeit geprägt ist.
Anfänger lernen erst nach und nach die Ausrüstung in ihren Einzelheiten sowie die Möglichkeiten der eigenen Einflußnahme auf die Funktionssicherheit kennen. Somit fällt es ihnen anfangs schwer, die Funktionssicherheit der eigenen Ausrüstung richtig zu beurteilen. Daher kann man annehmen, daß unerfahrene Sporttaucher die Funktion der zum Tauchen notwendigen Technik stark von Schicksal oder Pech abhängig machen und somit höhere Werte bei der IPCc-Skala angeben.
(4) Unerfahrene Sporttaucher neigen mehr zur Externalität und machen
einen gelungenen Tauchgang eher von Glück, Schicksal oder Pech
abhängig.
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Einschätzung der physiologischen Erregung
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