Das Erkennen aufkommender Angst

Gefahren Panik Anspannung Umgebungsbedingungen Nervenaktivität

Die einzige Möglichkeit, den Kreislauf zwischen Ursache und Wirkung der Angst
(siehe Abbildung 0-2) zu unterbrechen, um das Auswachsen der aufkommenden Angst bis hin zur Panik zu verhindern, ist das frühzeitige Erkennen von zunehmender innerer Anspannung und aufkeimender Angst. Damit läßt sich durch vernunftgesteuerte Neuorientierung Angst abbauen, bevor eine Paniksituation entsteht (vgl. SCHIÖBERG-SCHIEGNITZ 1994).

Beim Tauchen begeben wir uns in ein unserer Struktur fremdes Element. Zur nötigen Umstellung der lebensnotwendigen Körperfunktionen wie der Atmung, dem Sehen und der Wärmeregulation, kommt die psychische Angleichung an die andersartige Umwelt. Streßsituationen werden unter Wasser meist durch Angst oder gar Panik, weniger durch körperliche Anspannung ausgelöst. Um solche Streßsituationen zu vermeiden, sollte ein Taucher diese Anpassung an das neue Element wiederholt "trainieren" und durch regelmäßiges Tauchen die Gefahren erkennen und so mit ihnen vertraut werden.

Mit zunehmender Erfahrung automatisiert der Taucher mehr und mehr seine Bewegungsabläufe und normalisiert seine Verhaltensmuster unter Wasser. Diese Normalisierung des Nervenaktivitätsspiegels bringt auch einen Lustgewinn am Tauchen mit sich. Viele der nötigen Reaktionen auf bestimmte Reize laufen mit zunehmender Erfahrung unbewußt, also nicht mehr von übergeordneten Gehirnzentren gesteuert ab. Der Taucher ist so aufnahmefähiger für andere Reize, wie z.B. die farbenfrohe Unterwasserfauna und -flora, welche die Faszination des Tauchens ausmacht. Daher scheint es sehr unverständlich, daß viele äußerst erfahrene Taucher verunglücken. Gerade sie haben ja genügend geistigen Freiraum, um Anzeichen von Gefahren rechtzeitig zu erkennen und darauf angemessen reagieren zu können. Nach SCHIÖBERG-SCHIEGNITZ "... sind unfallauslösende Mechanismen nicht die fremdartigen Umgebungsbedingungen, sondern spezifische Motivationsbereiche, Persönlichkeitseigenschaften und Verhaltensweisen."
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Angst und Angstverarbeitung beim Tauchen

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Einschätzung der physiologischen Erregung

Erregung bis zum Zeitpunkt "Beim Auftauchen" auszumachen
und das ohne den Peak zum Zeitpunkt "Am Tauchplatz".

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