Angstprävention beim Sporttauchen

Der Aufenthalt unter Wasser bringt also eine Reihe von Gefahren mit sich. angefangen bei Reizüberflutung und Angstauslösung, über Lustgewinn durch Angstbewältigung, bis hin zur Befriedigung der eigenen Risikobereitschaft.

Das Unterbewußtsein zwingt einen, sich in Krisensituationen unter Wasser wie an Land zu verhalten, was auf Grund der veränderten physikalischen Gesetzmäßigkeiten zu Fehlreaktionen führt.

Bei dieser Fülle an Risiken ist es notwendig, die Ursachen rechtzeitig zu erkennen, um richtig auf die problematischen Situationen reagieren zu können. Nachdem eine Situation als problematisch erkannt ist, sollte der erste Schritt das Entwickeln von Bewältigungsstrategien sein, um die Situation wieder unter Kontrolle zu bekommen.

Solche Strategien laufen immer nach einem Grundschema ab:

* Gefahr erkennen,

* Gedankenstop,

* Zusatzinformationen sammeln,

* beunruhigende Reize neu bewerten,

* vegetative Gegensteuerung und

* Bewältigungsstrategien entwickeln.

Das erste und entscheidende ist, zu erkennen, wann Gefahr droht, "... sei es durch aufkeimende Angst, innere Unsicherheit oder vernunftlosgelöstes, gefühlsmäßiges Abgehobensein. Um eine solche Entwicklung rechtzeitig erkennen zu können, ist die Grundvoraussetzung eine regelmäßige Selbstkontrolle: Wie weit ist die momentane Situation tatsächlich vernunftmäßig unter Kontrolle. Das ist nur möglich bei ehrlicher Einschätzung sich selbst gegenüber - ein wunder Punkt für Menschen mit extremer Leistungsmotivation oder Selbstwertproblematik" (SCHIÖBERG-SCHIEGNITZ, 1994).

Nach dem Erkennen der Situation als gefährlich oder von der Normalität abweichend, sollte das Analysieren der eigenen körperlichen Lage kommen. "Wenn die Gedanken erst einmal soweit inganggesetzt wurden, ist zunächst die akute Gefährdung durch eine überschießende Panikreaktion gebremst"
(SCHIÖBERG-SCHIEGNITZ, 1994). Die Situation kann jetzt neu eingeschätzt und beurteilt werden. Danach sollten die vernunftgesteuerten Gehirnzentren wieder die Kontrolle übernommen haben. Jetzt ist es möglich, alle Körperfunktionen wie die Atmung oder das Herz-, Kreislaufsystem auf normale Funktion zu überprüfen und geeignete Handlungen durchzuführen, die diesen Funktion wieder zur Normalität verhelfen. Solche Handlungen können sein:

* ruhige Atmung,

* dem Tauchpartner seine Angst signalisieren,

* Wahl einer geringeren Tauchtiefe und

* die Nähe des Tauchpartners suchen.

"Erst wenn ich innerlich wieder entspannter bin, ist es möglich, emotional nüchtern, rein vernunftgesteuert das weitere Verhalten zu planen. Das fällt um so leichter, wenn den verschiedenen Situationen entsprechende Lösungswege schon vorher theoretisch durchdacht und damit Reflexbögen in den Gehirnzentren gebahnt wurden." (SCHIÖBERG-SCHIEGNITZ, 1994)

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Angst und Angstverarbeitung beim Tauchen

Tauchen, Tauchausbildung, Tauchpsychologie, Psychologie, Angst, Stress, Stressmanagment, Emotion

Einschätzung der physiologischen Erregung

Erregung bis zum Zeitpunkt "Beim Auftauchen" auszumachen
und das ohne den Peak zum Zeitpunkt "Am Tauchplatz".

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