Angstauslösende Bedingungen

Zu diesen Bedingungen zählen:

Ÿ Reizüberflutung,

Ÿ widersprüchliche Informationen und

Ÿ Informationsdefizite.

Mit Reizüberflutung ist ein Angstauslöser genannt, der vor allem für Anfänger und unerfahrene Taucher zutrifft. Für ihren Körper ist es sehr schwierig, aus der Flut von neuen Reizen die für die Entscheidungsfindung relevanten herauszufiltern und zu verarbeiten. Aber auch ein Defizit an Information kann zu Angst führen. Wenn es an genügend Informationen fehlt, die momentane Situation richtig zu beurteilen, entsteht Angst. Solche Situationen können sein:

* Orientierungsverlust,

* Dunkelheit,

* unklare Aufgabenstellung und

* technische Ausfälle der Tauchausrüstung
(vgl. SCHIÖBERG-SCHIEGNITZ 1994).

Angst wird ausgelöst in Situationen mit konfliktauslösendem Informationsgehalt. Ein Angstauslöser kann etwas ganz Simples sein, wie ein schlecht sitzender Tauchanzug, der die Fortbewegung im Wasser behindert und die Atmung durch die zusätzliche körperliche Anstrengung erschwert.

All diese Situationen haben nach SCHIÖBERG-SCHIEGNITZ ein einheitliches Charakteristikum:

a) drohender Kontrollverlust,

b) Unsicherheit in der Bewertung und

c) Überforderung durch Entscheidungszwang

führen zu einem erhöhten Erregungsniveau, das gleichbedeutend ist mit Angst.

Abbildung 0-2: Wechselwirkung der von Angst hervorgerufenen Körperreaktionen und der Angst selbst
(EHM 1974).

Aber nicht nur durch erhöhte elektrische Nervenaktivität und durch negative Gefühlsempfindungen kann Angst ausgelöst werden. Auch ein Sauerstoffmangel oder eine Kohlendioxyd-Erhöhung im Blut bewirken chemische Reaktionen, die angstauslösend sein können. Somit ist Angst nicht nur ein Zustand negativer Gefühlsempfindungen, sondern auch verbunden mit Veränderungen des Eingeweidesystems (Aktivierung des Nervus Sympathikus). Gerade diese Veränderungen (beschleunigter Puls, beschleunigte Atmung bis hin zur Hyperventilation, Einschränkung des Gesichtsfeldes, Muskelzittern) verstärken die bereits bestehende Angst (vgl. SCHIÖBERG-SCHIEGNITZ, 1994). Diesen Kreislauf soll Abbildung 0-2 verdeutlichen.

Angst entwickelt sich stufenweise bedingt durch eine zunehmende Nervenaktivierung (arousal). Infolge des Einflusses der Wirkung auf die Ursache selbst, können sich angstauslösende Momente schnell potenzieren und Angst kann sich schnell bis hin zur Panik steigern. SCHIÖBERG-SCHIEGNITZ (1994) beschreibt Panik speziell im Tauchsport als einen "...Zustand der absoluten Regellosigkeit, in dem die Vernunft ausgeschaltet ist, und der bewußt nicht mehr zu beherrschen ist. Panik unter Wasser führt zum unkontrollierten `Nach-oben-schießen', ausgelöst durch einen Urinstinkt, weil die Luft an der Oberfläche als lebensrettend empfunden wird. So entsteht eine Situation, die für den Betroffenen höchste Lebensgefahr bedeutet, aber auch für den Partner, der rettend eingreifen will."

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Angst und Angstverarbeitung beim Tauchen

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Einschätzung der physiologischen Erregung

Erregung bis zum Zeitpunkt "Beim Auftauchen" auszumachen
und das ohne den Peak zum Zeitpunkt "Am Tauchplatz".

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