Jüdischer Kalender

Die Entstehungsgeschichte des Jüdischen Kalenders reicht bis in die alttestamentarische Zeit zurück. Wahrscheinlich wurde schon damals ein Lunisolarkalender verwendet. Die Entscheidung über das Einschalten eines 13. Monats erfolgte wohl durch die Beobachtung von Himmelserscheinungen und anhand der Reife der Saat auf den Feldern. In der Zeit vor der Babylonischen Gefangenschaft (587 bis 538 v. u. Z.) trugen die Monate bis auf Ausnahmen keine Namen, sondern wurden mit Ordnungszahlen bezeichnet. Nur vier Monate trugen besondere Namen: Abib, Ziv, Bul und Ethanim(1). Im Jahre 587 v. u. Z. wurde Jerusalem vom Heer des babylonischen Königs Nebukadnezar II. zerstört. Die jüdische Ober- und Mittelschicht wurde nach Babylon deportiert; die babylonischen Monatsbezeichnungen standen hier Pate für die Namen der Monate des Jüdischen Kalenders. Nachdem Babylon vom persischen König Kyros niedergeworfen wurde, kehrte ein großer Teil der umgesiedelten Juden nach Jerusalem zurück, das mit seiner Umgebung einen Tempelstaat unter zunächst persischer, später ägyptischer und seleukidischer(2) Oberhoheit bildete (Zeit des 2. Tempels von 538 v. u. Z. bis 70 u. Z.).

Die Bestimmung des Monatsanfanges geschah zunächst aufgrund von Beobachtungen. Dazu trat am 30. Tag eines jeden Monats ein Kalenderrat zusammen, der die Aussagen glaubwürdiger Zeugen über die Sichtbarkeit der Mondsichel hörte. Der Tag, an dessen Vorabend die Mondsichel gesichtet wurde, wurde dann zum ersten Tag des neuen Monates erklärt. War die Sichel noch nicht zu sehen, wurde erst der nächste Tag zum ersten des Folgemonates gemacht. Die Nachricht vom Beginn des neuen Monates wurde durch Signalfeuer verbreitet. Aus dem 2. Jahrhundert u. Z. wird berichtet, dass Samaritaner falsche Feuersignale gegeben hätten, wodurch Unsicherheit in den Kalender gebracht worden sei. Außerdem war es kaum möglich, die weiter entfernt (z. B. in Alexandria) lebenden Juden zu erreichen. So entstand der Brauch, Feiertage an zwei aufeinander folgenden Tagen zu begehen, um dadurch mit Sicherheit am richtigen Tage zu feiern. Nur Jom Kippur blieb wegen des Fastens von dieser Regelung ausgenommen.

Im Jahre 140 v. u. Z. erreichte der jüdische Staat noch einmal seine Unabhängigkeit vom seleukidischen Reich, und um die Wende vom 2. zum 1. Jahrhundert v. u. Z. entstand ein Königtum, in dessen bald entstehende Thronstreitigkeiten sich das erstarkende Rom zunehmend einmischte. Schließlich besetzten 63 v. u. Z. römische Truppen unter Pompeius Palästina, das zum römischen Klientelstaat wurde. In dieser Zeit entstand auch der Sanhedrin (griech. Synhedrion) als höchste Instanz für innerjüdische Angelegenheiten. Bei ihm lag auch die Entscheidung über Monats- und Jahresanfänge.

Aus Streitigkeiten zwischen jüdischen und griechischen Bevölkerungsteilen Palästinas entwickelte sich 66 u. Z. ein allgemeiner jüdischer Aufstand, zu dessen Niederschlagung der spätere Kaiser Verspasian entsandt wurde. In Rom entbrannte noch vor einer endgültigen Entscheidung in Palästina ein Bürgerkrieg um die Nachfolge des gestürzten Kaisers Nero. Vespasian eilte nach Rom und entschied den Bürgerkrieg für sich (69 u. Z.). Vespasians Sohn Titus führte den Feldzug in Palästina weiter, der mit der Zerstörung Jerusalems und des Tempels im Jahre 70 u. Z. endete.

Zunächst blieb der Sanhedrin verwaist, doch schon Ende des 1. Jahrhunderts entstand er unter der Leitung eines Patriarchen neu. Durch die zunehmende Verstreuung der jüdischen Gemeinden über die ganze damals bekannte Welt wurde es notwendig, Regeln zur inneren Struktur und zum Schaltrhythmus aufzustellen, nach denen überall das Datum bestimmt werden konnte.

Besonders, als es 132 zum Aufstand unter Bar-Kochba und in dessen Gefolge zu verstärkten Repressalien kam, die eine Übermittlung der Monats- und Jahresanfänge außerordentlich erschwerten, wurden Bemühungen vorangetrieben, den Kalender in Regeln zu fassen. Gegen Anfang des 4. Jahrhunderts wurden die Monatsanfänge bereits rechnerisch bestimmt, obwohl am Brauch, Zeugen zum Erscheinen der Mondsichel zu befragen, noch festgehalten wurde. Gegen diese Berechnungen entstand innerhalb des Sanhedrin Widerstand, und ein Schreiben eines Mitgliedes des Gremiums an die jüdischen Gemeinden in Alexandria und Babylon forderte diese auf, weiterhin die Festtage an zwei Tagen zu feiern. Dieser Brauch hielt sich bei den jüdischen Gemeinden außerhalb Israels bis in die heutige Zeit.

Als unter Kaiser Konstantin das Christentum faktisch zur Staatsreligion aufstieg, erfolgten erneute Unterdrückungsmaßnahmen gegen die jüdische Religion, deren Ausübung vollkommen verboten wurde. Sogar die Berechnung des Kalenders war untersagt. Daraufhin veröffentlichte Patriarch Hillel II. im Jahre 359 die Regeln zur Kalenderberechnung, die bis dahin geradezu als Geheimnis gehütet wurden(3). Mit diesen Regeln wurde auch die Anordnung der Schaltjahre im 19-jährigen Zyklus festgeschrieben. Die Epoche und die Einzelheiten der Neujahrsbestimmung waren noch nicht in der heutigen Form enthalten und wurden nach und nach festgelegt, bis schließlich seit dem 10. Jahrhundert der Kalender seine heutige Form hatte. Die Zählung der Jahre nach der "Erschaffung der Welt", die auf 3761 v. u. Z. angesetzt wird, setzte sich erst vom 11. bis zum Anfang des 16. Jahrunderts durch. Zuvor wurden die Jahre nach der Seleukiden-Ära gezählt, die im Jahre 312 v. u. Z. begann.

Zeiteinteilung

Ein Tag wird in 24 Stunden (1 Stunde: sha'a) unterteilt, die aus jeweils 1080 Teilen (chalakim) besteht. Begonnen wird mit der Zählung am Tagesanfang, der für das bürgerliche Leben 18 Uhr ist. Bezeichnet man eine Stunde bzw. einen Teil der jüdischen Zeitrechnung mit 1 H bzw.1 P, so gilt

1 H = 1 h = 1080 P
18 Uhr = 0 H = 0 Uhr jüd. Zeit.

Der 1. Tischri 5758 entspricht also nach unserer Rechnung dem Zeitraum vom 1. Oktober 1997, 18 Uhr bis 2. Oktober 1997, 18 Uhr. Zusätzlich wird jeder Teil in 76 Augenblicke (rega'im) unterteilt.

Für religiöse Zwecke werden sowohl heller Tag als auch dunkle Nacht in jeweils zwölf Stunden geteilt, die dadurch in verschiedenen Jahreszeiten verschieden lang sind. Dadurch beginnen die Feiertage schon am Abend des vorhergehenden gregorianischen Tages.

Ermittlung des Jahresanfangs und Jüdische Weltära

Der Jahresanfang wird zyklisch berechnet. Grundlage dafür bildet die Konjunktion von Sonne und Mond, d. h. der Neumond (molad). Der Molad des Monats Tischri bestimmt neben einigen Vorschriften den Neujahrstag (rosh ha-shanah).

Die mittlere Zeitspanne zwischen zwei Moladot, der mittlere synodische Monat, wird mit 29 d 12 H 793 P (29 d 12 h 44 min 31/3 s) angenommen. Die Epoche der Molad-Berechnung, d. h. der Zeitpunkt, ab dem die Zählung der Jahre, Monate, Tage usw. erfolgt, ist der Molad-Tischri des Jahres 1 der jüd. Weltära, auch als "Molad der Schöpfung" (molad tohu) bezeichnet. Er ist auf Sonntag, 6. Oktober 3761 v. u. Z., 23:11:20 Uhr festgelegt. Dieser Zeitpunkt gehört nach der jüdischen Rechnung schon zum folgenden Tag und entspricht Montag, 5 H 204 P. Zählt man die Tage mit diesem Zeitpunkt beginnend fortlaufend, kann dafür auch geschrieben werden 1 d 5 H 204 P. Wegen der diese Zahlen beschreibenden Buchstaben wird er auch Be-Ha-Ra-D genannt. Durch fortwährende Addition der angenommenen mittleren Länge eines synodischen Monats (29 d 12 H 793 P = 29 d 12 h 44 min 31/3 s s. o.) kann der Molad eines jeden Monats berechnet werden. Der wirkliche Neumond kann sich wegen der sehr komplizierten Mondbewegung um bis zu 14 Stunden von diesem zyklisch errechneten Zeitpunkt entfernen, was jedoch praktisch kaum Bedeutung hat. Durch den Molad wird der Anfang eines Monats im Jüdischen Kalender festgelegt, wobei einige Vorschriften den Monatsersten um bis zu zwei Tage verschieben können. (s. u.)

Zwölf solcher Monate umfassen einen Zeitraum von 354,3713 d. Da das tropische Jahr um knapp 11 Tage länger ist, werden in einem 19-jährigen Zyklus 7 Schaltjahre (shanah me'uberet) eingefügt, um den Kalender mit den Jahreszeiten in Übereinstimmung zu halten. Schaltjahre sind die Jahre, die bei der Teilung der Jahreszahl durch 19 den Rest 0, 3, 6, 8, 11, 14 oder 17 lassen. Da die Monate streng an die Mondbewegung gebunden sind, können keine einzelnen Schalttage eingefügt werden, sondern es wird im Schaltjahr ein 13. Monat eingeschoben.

Ist der Molad-Tischri eines Jahres bekannt, kann der Molad-Tischri des Folgejahres durch Addition der 12fachen Länge des mittleren synodischen Monats berechnet werden. Ist das betreffende Jahr ein Schaltjahr, so wird die 13fache Länge des mittleren synodischen Monats addiert, um den Molad-Tischri des Folgejahres zu erhalten.

Der Tag, an dem der Molad-Tischri eintritt, ist, von 5 Ausnahmen (dechiyyot = "Verschiebungen") abgesehen, der Jahresanfang. Diese Ausnahmen sind folgende:

Die ersten drei Verschiebungen resultieren aus religiösen Vorschriften, während die letzten beiden unzulässige Jahreslängen verhindern.

Drei Beispiele sollen die Fixierung des Jahresanfanges illustrieren:

Beispiel 1:

Der Molad-Tischri des Jahres 5719 der jüdischen Weltära wird berechnet als Sonnabend, 2088463 d 21 H 510 P. Das entspricht nach gregorianischer Rechnung dem 13. September 1958, 15:28:20 Uhr.

Wegen der Ausnahme "Jach" müsste der Jahresbeginn um einen Tag verschoben werden. Da der folgende Tag jedoch ein Sonntag ist, muss um einen weiteren Tag verschoben werden, weil der Jahresanfang kein Sonntag sein darf. Der 1. Tischri 5719 entspricht also dem 15. September 1958. Es handelt sich hier also um die Anwendung der Ausnahme "Jach-Adu".

Beispiel 2:

Der Molad-Tischri des jüdischen Jahres 5745 fällt auf Dienstag, 2097972 d 17 H 976 P (25. Sept. 1984, 11:54:131/3 Uhr). 5745 ist ein Gemeinjahr. Da der Molad-Tischri an einem Dienstag nach 9 H 204 P und vor 18 H liegt, muss wegen der Ausnahme "Gatrad" der Jahresanfang um zwei Tage auf den 27. September 1984 verschoben werden. Der 1. Tischri 5745 dauerte also vom 26. 9. 1984, 18 Uhr bis 27. 9. 1984, 18 Uhr.

Die hier anzuwendende Ausnahme "Gatrad" verhindert, dass ein Gemeinjahr von 356 Tagen Länge entsteht. Würde die Ausnahme "Gatrad" nicht zur Anwendung kommen, und der Molad-Tischri eines Gemeinjahres fände am 1. Tischri um 9 H 204 P statt, ergäbe sich durch zwölfmalige Addition der mittleren Länge des synodischen Monats (29 d 12 H 793 P = 29 d 12 h 44 min 31/3 s) folgende Tabelle (zu den Monatsnamen und -längen s. u.; Tischri* - Tischri des Folgejahres, WT - Wochentag):

 MonatTage WTMolad 
Tischri0Di9 H 204 P
Cheschwan29Mi21 H 997 P
Kislew59Fr10 H 710 P
Tewet88Sa23 H 423 P
Schewat118Mo12 H 136 P
Adar148Mi0 H 929 P
Nisan177Do13 H 642 P
Ijjar207Sa2 H 355 P
Siwan236So15 H 68 P
Tammus266Di3 H 861 P
Aw295Mi16 H 574 P
Elul325Fr5 H 287 P
Tischri*354Sa18 H 0 P

Der Molad-Tischri des Folgejahres findet genau 18 H statt, weshalb (wegen "Jach") der Jahresbeginn auf den nächsten Tag verschoben werden müsste, der jedoch ein Sonntag ist, wodurch sich wegen "Adu" eine weitere Verschiebung auf den folgenden Montag ergäbe. Daraus würde aber, weil am Tage des Molad-Tischri (letzte Zeile) bereits 354 Tage seit dem 1. Tischri verflossen waren, eine Jahreslänge von 354 + 2 = 356 Tagen resultieren, die nicht zulässig ist.

Beispiel 3:

Der Molad-Tischri des Jahres 5688 der jüd. Weltära fällt auf Montag, 2077153 d 16 H 271 P (= 26. September 1927, 10:15:031/3 Uhr). Das Vorjahr 5687 war ein Schaltjahr, daher ist 5688 ein unmittelbar auf ein Schaltjahr folgendes Gemeinjahr. Wegen der Ausnahme "Betutakpat" muss der Jahresanfang um einen Tag verschoben werden. Der 1. Tischri 5688 entsprach also dem 27. 9. 1927.

Mit der Ausnahme "Betutakpat" wird verhindert, dass ein Schaltjahr mit einer Länge von nur 382 Tagen entsteht.

Angenommen, der Molad-Tischri des Schaltjahres vor dem betrachteten Jahr fände an einem Dienstag genau 18 H jüdischer Zeit statt. Durch Addition der mittleren synodischen Monatslänge ergibt sich folgende Tabelle (Tischri* -  Tischri des Folgejahres).

 MonatTageWTMolad 
Tischri0Di18 H 0 P
Cheschwan30Do6 H 793 P
Kislew59Fr19 H 506 P
Tewet89So8 H 219 P
Schewat118Mo20 H 1012 P
Adar148Mi9 H 725 P
Adar II177Do22 H 438 P
Nisan207Sa11 H 151 P
Ijjar236So23 H 944 P
Siwan266Di12 H 657 P
Tammus296Do1 H 370 P
Aw325Fr14 H 83 P
Elul355So2 H 876 P
Tischri*384Mo15 H 589 P

Für den Molad-Tischri des auf das Schaltjahr folgenden Gemeinjahres ergibt sich genau der Zeitpunkt, ab dem die Ausnahme "Betutakpat" anzuwenden ist. Betrachten wir jetzt den Molad-Tischri des Schaltjahres (1. Zeile), so zeigt sich, dass der 1. Tischri dieses Schaltjahres wegen "Jach-Adu" um zwei Tage auf den folgenden Donnerstag verschoben werden muss. Am Tage des Molad-Tischri des auf das Schaltjahr folgenden Gemeinjahres sind dann jedoch seit dem 1. Tischri des Schaltjahres erst 384 - 2 = 382 Tage verflossen. Durch das Verschieben des Jahresanfangs um einen Tag erhält man nun ein Schaltjahr mit 383 Tagen, der Mindestlänge für ein Schaltjahr.

Eintrittshäufigkeiten der Ausnahmen

Die Frage nach der Häufigkeit des Eintretens der verschiedenen Ausnahmen lässt sich bei näherer Betrachtung der Festlegung beantworten, die für die einzelnen Ausnahmen getroffen wurden.

Zuerst soll die Ausnahme Jach betrachtet werden. Sie ist über die Uhrzeit definiert. Der Zeitraum, innerhalb dessen sie eintritt, umfasst die 6 Stunden zwischen 18 H und 24 H, d. h. die Eintrittswahrscheinlichkeit von Jach muss also 6/24  = 1/4 = 25 % sein. Dabei ist noch nicht berücksichtigt, dass eine weitere Verschiebung eintreten kann (Jach-Adu).

Die Ausnahme Adu bezieht sich auf den Wochentag des Molad-Tischri. An drei von sieben möglichen Wochentagen muss Adu angewandt werden. Zusätzlich muss berücksichtigt werden, dass in 1/4 der Fälle bereits eine Verschiebung wegen Jach vorgenommen werden musste und deswegen die Ausnahme Adu nicht eintritt (ohne Jach jedoch eingetreten wäre). Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Adu beträgt also 3/7 · (1 - 1/4) = 9/28 = 32,14 %.

Die Ausnahme Jach-Adu ist schließlich eine Kombination aus Jach (1/4) und "reinem" Adu (3/7), womit sich die Eintrittswahrscheinlichkeit durch 1/4 · 3/7 = 3/28 = 10,71 % bestimmen lässt.

Die Ausnahme Jach (ohne weitere Verschiebung durch Adu) tritt schließlich mit einer Wahrscheinlichkeit von 1/4 - 3/28 = 4/28 = 14,29 % ein.

Analog ist die Vorgehensweise für die Ausnahmen Gatrad und Betutakpat. Gatrad tritt ein, wenn der Molad-Tischri auf einen Dienstag (1/7) eines Gemeinjahres (12/19), zwischen einschließlich 9 H 204 P und vor 18 H (9516/25920) fällt.
Der letzte Quotient ergibt sich aus der Zeitspanne zwischen 9 H 204 P und 18 H, die 9516 Teilen (chalakim) entspricht und der Länge eines Tages von 25920 Teilen.
Die Eintrittswahrscheinlichkeit für Gatrad beträgt also 1/7 · 12/19 · 9516/25920 = 793/23940 = 3,3 %.
Für Betutakpat gilt 1/7 · 7/19 · 2651/25920 = 2651/492480 = 0,54 %.

Es ergibt sich die folgende Tabelle.

 AusnahmeHäufigkeitAuftreten  
aller durch-
schnittlich  
 
Adu 32,14 % 3,1 Jahre
Jach (ohne Jach-Adu) 14,29 % 7 Jahre
Jach-Adu10,71 % 9,3 Jahre
Gatrad3,31 % 30 Jahre
Betutakpat 0,54 %  186 Jahre

Innere Struktur

Ein Jahr (shanah) kann durch die komplizierte Jahresanfangsbestimmung unterschiedlich lang sein. Ein Gemeinjahr kann 353, 354 oder 355 Tage haben, es wird dann als mangelhaftes (shanah chasera), reguläres (sh. kesidra) bzw. überzähliges Jahr (sh. shelema) bezeichnet. Entsprechend kann ein Schaltjahr 383, 384 oder 385 Tage haben, da es einen zusätzlichen Monat hat.

Ein Gemeinjahr hat zwölf Monate, ein Schaltjahr 13 Monate, deren Länge 29 oder 30 Tage beträgt. Die folgende Tabelle zeigt die Namen und Längen der Monate in den verschiedenen Jahren. In der letzten Zeile sind die Jahreslängen angegeben.

  Gemeinjahr Schaltjahr 
Monatdrp Monatdrp
Tischri303030 Tischri303030
Cheschwan292930 Cheschwan292930
Kislew293030 Kislew293030
Tewet292929 Tewet292929
Schewat303030 Schewat303030
Adar292929 Adar303030
---- Adar II292929
Nisan303030 Nisan303030
Ijjar292929 Ijjar292929
Siwan303030 Siwan303030
Tammus292929 Tammus292929
Aw303030 Aw303030
Elul292929 Elul292929
gesamt353354355 383384385
d - mangelhaft, r - regulär, p - überzählig

Das religiöse Jahr beginnt mit dem Monat Nisan, obwohl der Jahreswechsel am 1. Tischri erfolgt. Die Monate werden beginnend mit dem Tischri, dem ersten Monat, bis zum Adar, dem zwölften Monat, gezählt. Adar (bzw. in Schaltjahren Adar sheni) gilt auf jeden Fall als letzter Monat des religiösen Jahres. Die beiden Monate Adar rishon und Adar sheni werden auch als Adar I und Adar II bezeichnet, Adar sheni mitunter als We-Adar.

Die hauptsächlichen Feiertage sind

Daneben gibt es Halbfeiertage.

Weitere Feste sind:

 

 

Anmerkungen

1
Im Alten Testament sind drei der Monate genannt: Ziv als 2. Monat (1. Kön. 6,1), Bul als 8. Monat (1. Kön. 6,38) und Ethanim als 7. Monat (1. Kön. 8,2).

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2
Im Jahre 332 v. u. Z. wurde Palästina Teil des Reiches Alexanders des Großen. Nach dessen Tode (323 v. u. Z.) zerfiel sein Reich in mehrere Staaten (Diadochenreiche). Unter den Nachfolgestaaten erreichte das Seleukidenreich eine gewisse Bedeutung, und Ägypten bildete bis zu seiner Angliederung an das Römische Reich einen Staat unter der Dynastie der Ptolemäer. Während des 4. und 3. Jahrhunderts v. u. Z. war der Tempelstaat zwischen Ägypten und dem Seleukidenreich strittig, bis er 198 v. u. Z. endgültig an das Seleukidenreich fiel.

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3
Dass die Veröffentlichung des Kalenders im Jahre 500 erfolgt sei, beruht höchstwahrscheinlich auf fehlerhaften Berechnungen.

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http://www.ortelius.de/kalender/j_de.php   © Holger Oertel 2000-2008; letzte Änderung: 19. August 2007

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