Glossar

Am Ende einiger Stichworte sind, gekennzeichnet durch das Zeichen ¶, verwandte Stichworte aufgeführt.

 

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A

Alter Stil: andere Bezeichnung für den Julianischen Kalender, um diesen vom Gregorianischen Kalender zu unterscheiden.
Neuer Stil

Aphel: derjenige Punkt einer Planetenbahn, der am weitesten von der Sonne entfernt ist. Der Abstand der Erde von der Sonne beträgt im Aphel 152,1 Millionen Kilometer.
Perihel, Perigäum, Apogäum, Apsidenlinie

Apogäum: derjenige Punkt der Mondbahn, der am weitesten von der Erde entfernt ist. Der Abstand des Mondes von der Erde beträgt hier 406740 Kilometer.
Perihel, Aphel, Perigäum, Apsidenlinie

Apsidenlinie: Als Apsiden werden diejenigen Punkte der Bahn eines Himmelskörpers um einen anderen bezeichnet, in denen die Entfernung zwischen beiden am kleinsten bzw. am größten ist. Die Apsidenlinie ist die Verbindungslinie zwischen beiden Apsiden. Für die Bahn der Erde um die Sonne ist die Apsidenlinie also die Verbindungslinie von Aphel und Perihel, für die Bahn des Mondes um die Erde die Linie Apogäum−Perigäum.

Ära: Epoche

B

Baktun: Bezeichnung für einen Zeitraum von 20 Katun = 144000 Tagen in der Großen Zählung der Maya. Das entspricht etwa 394,3 tropischen Jahren.
Kin, Uinal, Tun

C

Chalak: Zeiteinheit, die zur zyklischen Berechnung der Neumonde im Jüdischen Kalender verwendet wird; 1 Chalak = 10/3 Sekunden.
Molad

D

Drachenpunkte: Bezeichnung für die Knoten der Mondbahn, von der sich die Bezeichnung des drakonischen Monats ableitet.

E

Ekliptik: Kreis, in dem die Ebene der Erdbahn (ekliptikale Ebene) die als unendlich groß angenommene Himmelskugel schneidet. Für den Beobachter auf der Erde manifestiert sich die Ekliptik als die Bahn, die die Sonne während eines Jahres am Fixsternhimmel zieht.
Mitunter wird auch die Erdbahnebene selbst als Ekliptik bezeichnet.
Siehe hierzu den Artikel Grundlagen der Zeitrechnung.
Frühlingspunkt

Epakte: Zahl, die für ein bestimmtes Jahr das Mondalter am 22. März (Epakte alten Stils für den Julianischen Kalender) bzw. am 1. Januar (Epakte neuen Stils für den Gregorianischen Kalender) bezeichnet.
Näheres hierüber ist im Artikel Die Berechnung des Osterfestes zu finden.
Goldene Zahl, Ostern, Sonntagsbuchstabe

Epoche: Zeitpunkt, an dem die Zählung der Jahre bzw. Tage eines Kalenders beginnt. Dieser Zeitpunkt kann durch ein reales Ereignis bestimmt sein, aber auch an sagenhaften Vorgängen orientiert sein. Siehe hierzu den Artikel Epochen und Ären.

F

Frühlingspunkt: der Punkt, in dem die Sonne auf ihrer jährlichen scheinbaren Bahn (Ekliptik) die äquatoriale Ebene in Richtung Norden durchstößt.
Präzession

G

Gemeinjahr: Kalenderjahr, das kein Schaltjahr ist.

Goldene Zahl: Zahl, die die Position eines bestimmten Jahres innerhalb des 19jährigen Mondzyklus angibt. Bezeichnet man die Jahreszahl mit J und die Goldene Zahl mit GZ, gilt GZ = 1 + (J mod 19). Die Goldene Zahl wurde zur Bestimmung des Osterfestes benutzt.
Näheres hierüber ist im Artikel Die Berechnung des Osterfestes zu finden.
Epakte, Ostern, Sonntagsbuchstabe

Große Zählung: System zur Angabe von Daten, das von den Maya, wahrscheinlich aber auch anderen mittelamerikanischen Völkern verwendet wurde. Lange bevor in Europa das Stellenwertsystem zum Notieren von Zahlen verwendet wurde, schrieben die Maya Daten in einem fast reinen Zwanzigersystem. Die Zeiteinheiten Uinal, Katun, Baktun, Pictun, Calabtun und Kinchiltun umfassten jeweils 20 ihrer Vorgänger-Zeiteinheiten, wobei ein Kinchiltun unvorstellbaren 63 Millionen Jahren entsprach. Einzige Ausnahme bildete die Einheit Tun, die nur 18 ihrer Vorgänger-Einheit Uinal beinhaltete, wodurch mit 360 Tagen eine grobe Annäherung der Länge des tropischen Jahres erreicht wurde.
Angaben von Daten in dieser Zählung sind auf Stelen überliefert, die offenbar anlässlich besonderer Ereignisse errichtet wurden.
Siehe Kalender der Maya.

Großkreis: Kreis auf einer Kugeloberfläche, der durch zwei beliebige, aber feste Punkte verläuft und dabei von allen Kreisen, die auf der Kugeloberfläche durch diese beiden Punkte gelegt werden können, den größten Radius hat. Der Kreismittelpunkt fällt mit dem Kugelmittelpunkt zusammen, der Kreisradius entspricht dem Radius der Kugel. Das kürzere der beiden Bogenstücke, die durch die beiden Punkte auf dem Großkreis gebildet werden, stellt die kürzeste direkte Verbindung zwischen den zwei Punkten auf der Kugeloberfläche dar.
Stundenkreis

H

Haab: Bezeichnung für das von den Maya verwendete Jahr mit 365 Tagen. Es setzte sich aus 18 Abschnitten mit jeweils 20 Tagen sowie fünf Zusatztagen zusammen; siehe hierzu Kalender der Maya.
Tzolkin

I

Iden: im Römischen Kalender Bezeichnung für einen bestimmten Monatstag, der etwa in der Mitte des Monats liegt. In den Monaten März, Mai, Quintilis, Oktober, November und Dezember des vorcäsarischen Kalenders war dies der 15., in den übrigen Monaten der 13. Tag. Nach der julianischen Reform bezeichneten die Iden den 15. Tag der Monate März, Mai, Juli und Oktober, in den anderen Monaten den 13. Tag. Das Wort "Iden" wird nur im Plural gebraucht (lat. Idus).
Nonen, Kalenden

Indiktion: Bezeichnung für eine 15-jährige Periode, die auf den Rhythmus des Eintreibens bestimmter Steuern im Römischen Reich zurückgeht. Der von Kaiser Diokletian auf fünf Jahre festgelegte Zyklus wich später einem 15-jährigen. Zur eigentlichen Jahreszahl wurde meist nur die Nummer des Jahres in der aktuellen Indiktion angegeben. Der Wechsel der Indiktion, d. h. der Jahresanfang, wurde unterschiedlich gehandhabt. In Alexandria begann man das Jahr mit dem 1. Mai, im übrigen Ägypten am 1. Thoth (29. August, in einem Schaltjahr vorausgehenden Jahr des Julianischen Kalenders am 30. August). In Konstantinopel wechselte man zunächst am 23. September, ab etwa dem 5. Jahrhundert dann gemeinsam mit dem bürgerlichen Kalender am 1. September. Im Mittelalter wurden regional weitere Jahresanfänge verwendet.

J

Jahr: im astronomischen Sinne der Zeitraum eines Umlaufs der Erde um die Sonne. Abhängig von der Wahl des Bezugspunktes erhält man unterschiedliche Jahreslängen. Das den meisten Kalendern zugrunde liegende Jahr ist das tropische Jahr, dessen Länge zur Zeit 365 Tage 5 Stunden 48 Minuten 46 Sekunden oder 365,242199 Tage beträgt. Es wird durch die Zeit zwischen zwei aufeinander folgenden Durchgängen der Sonne durch den Frühlingspunkt definiert. Das siderische Jahr ist die Zeit zwischen zwei aufeinander folgenden Durchgängen der Sonne durch den Stundenkreis eines bestimmten Fixsternes und hat eine Dauer von 365 Tagen 6 Stunden 9 Minuten 9 Sekunden. Das anomalistische Jahr entspricht der Zeit zwischen zwei aufeinander folgenden Durchgängen der Erde durch das Perihel und hat eine Länge von 365 Tagen 6 Stunden 13 Minuten 53 Sekunden. Siehe auch Grundlagen der Zeitrechnung.
Im Zusammenhang mit Kalendern versteht man unter dem Begriff Jahr meist das Kalenderjahr, das in den meisten Kalendern annähernd dem tropischen Jahr entsprechen soll. Das Kalenderjahr des Julianischen Kalenders hat eine Länge von 365,25 Tagen (Julianisches Jahr), das des Gregorianischen Kalenders von 365,2425 Tagen. Der moderne Persische Kalender hat ein Kalenderjahr von 365,2422 Tagen.
Tag, Monat, Schaltjahr

Jieqi: Bezeichnung für einen Nebenabschnitt des Chinesischen Kalenders. Ein Nebenabschnitt umfasst einen 15° großen Sektor der Ekliptik, der bei n · 30° + 15° ekliptischer Länge beginnt. Siehe Chinesischer Kalender, Kalender in Japan und Vietnam.
Zhongqi

Julianisches Datum: Fortlaufende Tageszählung, die am 1. Januar 4713 v. u. Z. (Julianisch) um 12 Uhr Weltzeit beginnt. Die Tageszeit wird als Tagesbruchteil dargestellt (z. B. 0,25 JD für 1. Jan. 4713 v. u. Z., 18 Uhr Weltzeit). Modifiziertes Julianisches Datum (MJD) und Truncated Julian Date (TJD) benutzen andere Epochen. Siehe Julianisches Datum.

K

Kalenden: Bezeichnung für den ersten Tag eines Monats im Römischen Kalender. Das Wort wird stets im Plural gebraucht (lat. Kalendae).
Nonen, Iden

Kalender: Einteilung der Zeit in bestimmte Zeitabschnitte, meist nach astronomischen, aber auch nach willkürlichen Gesichtspunkten. Als Kalender wird auch ein Verzeichnis solcher Zeitabschnitte unter Angabe weltlicher und/oder religiöser Feiertage bezeichnet. Hier sollen letztere jedoch nicht näher behandelt werden.
Die heute gültigen Kalender von überregionaler Bedeutung orientieren sich an astronomischen Erscheinungen, aus denen hauptsächlich der synodische Monat und das tropische Jahr als Grundlagen zur Definition kalendarischer Zeiteinheiten dienen. Je nachdem, ob ausschließlich der synodische Monat, ausschließlich das tropische Jahr oder aber beide berücksichtigt werden, unterscheidet man reine Mondkalender (z. B. Islamischer Kalender), reine Sonnenkalender (z. B. Gregorianischer Kalender) und gebundene Mondkalender (z. B. Jüdischer Kalender). Es gibt aber auch Kalender (hauptsächlich in Indien), die sich am siderischen Jahr orientieren.
Unabhängig von dieser Einteilung können Kalender in arithmetische und astronomische Kalender unterschieden werden. Die erste Gruppe umfasst Kalender, deren Schaltrhythmus durch bestimmte mathematische Regeln definiert ist, z. B. den Gregorianischen, Persischen oder Jüdischen Kalender. In Kalendern der zweiten Gruppe werden Jahres- oder Monatsanfänge durch direkt beobachtete astronomische Erscheinungen definiert. Hierzu gehör(t)en der Islamische Kalender sowie der Französische Revolutionskalender.

Kallippischer Zyklus: 76-jähriger Schaltzyklus für gebundene Mondkalender, der 76 Julianische Jahre gleich 940 Mondmonaten setzt. Er wird dem griechischen Gelehrten Kallippos zugeschrieben. Kallippos nahm die Länge des tropischen Jahres mit (365 + 1/4) Tagen an und die Länge des synodischen Monats mit (29 + 499/940) Tagen. Dies erreichte er durch Vervierfachung des Metonischen Zyklus und Kürzung um einen Tag. Dadurch hatten 76 Jahre ebenso wie 940 Mondmonate insgesamt 27759 Tage. Die 940 Monate setzten sich aus 441 "hohlen" Monaten mit jeweils 29 Tagen und 499 "vollen" mit je 30 Tagen zusammen, aufgeteilt auf 48 Normaljahre mit je 12 Monaten und 28 Schaltjahre mit je 13 Monaten. Die angenommene Länge des synodischen Monats liegt nur um etwa 22 Sekunden über der tatsächlichen.
Metonischer Zyklus, Oktaeteris

Katun: Bezeichnung für einen Zeitraum von 20 Tun = 7200 Tagen in der Großen Zählung der Maya. Das entspricht etwa 19,7 tropischen Jahren.
Kin, Uinal, Baktun

Kin: Bezeichnung für einen Tag in der Großen Zählung der Maya.
Uinal, Tun, Katun, Baktun

Knoten: Schnittpunkte der Bahn eines Himmelskörpers mit der Erdbahnebene bzw. der Ekliptik. Der Durchstoßpunkt, in dem sich der Himmelskörper von Süden nach Norden bewegt, wird als aufsteigender Knoten bezeichnet; derjenige, in dem sich der Himmelskörper von Norden nach Süden bewegt, als absteigender Knoten.
Knotenlinie

Knotenlinie: Verbindungslinie zwischen den beiden Knoten der Bahn eines Himmelskörpers.

Konjunktion: eine besondere Konstellation, in der sich ein Planet oder der Mond von der Erde aus gesehen in der gleichen Richtung wie die Sonne befindet.
Bei Planeten, deren Bahnen innerhalb der Erdbahn liegen, wird zwischen unterer Konjunktion (der Planet befindet sich zwischen Sonne und Erde) und oberer Konjunktion (die Sonne befindet sich zwischen dem Planeten und der Erde) unterschieden.
Opposition, Neumond, Vollmond

Kulmination: Zeitpunkt, an dem ein Himmelskörper auf seiner scheinbaren täglichen Bahn seinen höchsten Punkt erreicht.

L

Lunation: Bezeichnung für einen Monat in der zyklischen Osterberechnung des Julianischen und des Gregorianischen Kalenders. Eine Lunation hat eine Länge von 29 oder 30 Tagen.
In der Astronomie wird ein synodischer Monat mitunter auch als Lunation bezeichnet.
Siehe Die Berechnung des Osterfestes.
Ostern

Lunisolarkalender: (gebundener) Mondkalender

M

Metonischer Zyklus: 19-jähriger Schaltzyklus für gebundene Mondkalender, der 19 Julianische Jahre gleich 235 Mondmonaten setzt. Er wird dem griechischen Gelehrten Meton zugeschrieben, der im 5. Jahrhundert v. u. Z. lebte. Meton nahm die Länge des tropischen Jahres mit (365 + 5/19) Tagen an und die Länge des synodischen Monats mit (29 + 25/47) Tagen. Dadurch hatten 19 Jahre ebenso wie 235 Mondmonate insgesamt 6940 Tage. Die 235 Monate setzten sich aus 110 "hohlen" Monaten mit jeweils 29 Tagen und 125 "vollen" mit je 30 Tagen zusammen, aufgeteilt auf 12 Normaljahre mit je 12 Monaten und 7 Schaltjahre mit je 13 Monaten. Tatsächlich haben 19 tropische Jahre eine Länge von (19 · 365,242199) Tagen = 6939,601781 Tagen und 235 synodische Mondmonate eine Länge von (235 · 29,530589) Tagen = 6939,688443 Tagen. Die Differenz beträgt etwa 2 Stunden in 19 Jahren. Die angenommene Jahreslänge ist jedoch über 30 min zu lang.
Ein auf dem Metonischen Zyklus basierender Mondkalender wurde bis zur Gregorianischen Kalenderreform 1582 zur zyklischen Mondberechnung gebraucht, die zur Bestimmung des Osterdatums diente.
Ostern, Oktaeteris, Kallippischer Zyklus

Modifiziertes Julianisches Datum: abgekürzt MJD; Julianisches Datum

Molad: Bezeichnung für den zyklischen Neumond des Jüdischen Kalenders. Für die zyklische Mondberechnung setzt der Jüdische Kalender die Zeitspanne zwischen zwei aufeinander folgenden zyklischen Neumonden mit 29 Tagen 12 Stunden 793 Chalakim = (29 Tagen 12 Stunden 44 Minuten 31/3 Sekunden) an.

Monat: im astronomischen Sinne die Dauer eines Umlaufes des Mondes um die Erde. Je nach Wahl des Bezugspunktes für die Messung ergeben sich unterschiedliche Längen. Der für den irdischen Beobachter am einfachsten zu erkennende Monat ist der synodische Monat mit einer Länge von 29 Tagen 12 Stunden 44 Minuten und 2,9 Sekunden. Er beschreibt die Zeit zwischen zwei aufeinander folgenden Konjunktionen des Mondes. Der siderische Monat ist die Zeit zwischen zwei aufeinander folgenden Durchgängen des Mondes durch den Stundenkreis eines bestimmten Fixsternes. Sie beträgt 27 Tage 7 Stunden 43 Minuten 11,5 Sekunden. Der tropische Monat ist durch die Zeit zwischen zwei aufeinander folgenden Durchgängen des Mondes durch den Stundenkreis des Frühlingspunktes definiert und hat eine Länge von 27 Tagen 7 Stunden 43 Minuten 4,7 Sekunden. Die Zeit zwischen zwei aufeinander folgenden Durchgängen des Mondes durch das Perigäum bestimmt den anomalistischen Monat und beträgt 27 Tage 13 Stunden 18 Minuten 33,2 Sekunden. Der drakonische Monat beschreibt die Zeit zwischen zwei aufeinander folgenden Durchgängen des Mondes durch den aufsteigenden Knoten der Mondbahn, die 27 Tage 5 Stunden 5 Minuten 35,8 Sekunden beträgt.
Siehe auch Grundlagen der Zeitrechnung.
In Kalendern beschreiben Monate näherungsweise entweder (in reinen und gebundenen Mondkalendern) die Länge eines synodischen Monats, oder (in reinen Sonnenkalendern) etwa ein Zwölftel der Jahreslänge. Im ersten Fall spricht man auch von Mondmonaten.
Jahr, Tag

Mondkalender, gebundener: ein Kalender, dessen Monatslänge sich eng an den Mondphasen orientiert und dessen Jahreslänge sich an der Länge des tropischen Jahres orientiert. Der Beginn eines jeden Monats fällt dabei mit einer bestimmten Mondphase zusammen. Dies ist meist ein Zeitpunkt kurz nach Neumond, da der Monatsanfang teilweise heute noch durch Beobachtung festgelegt wird und in diesem Fall meist das Sichtbarwerden der Mondsichel nach Neumond den Monatsanfang bestimmt. Da ein tropisches Jahr keine ganze Anzahl von solchen Mondmonaten hat, wird in Schaltjahren ein ganzer Schaltmonat eingefügt. Das bedeutet, dass Normaljahre zwölf, Schaltjahre 13 Monate haben. Das Einschieben einzelner Schalttage verbietet sich, da dadurch der Gleichlauf der Monate mit den Mondphasen zerstört würde. Ein gebundener Mondkalender wird auch Lunisolarkalender genannt. Beispiele für einen solchen Kalender sind der altbabylonische Kalender und der Jüdische Kalender.
(reiner) Mondkalender, (reiner) Sonnenkalender

Mondkalender, reiner: ein Kalender, der sich nur an den Mondphasen orientiert und den jährlichen Lauf der Sonne außer Acht läßt. Die durchschnittliche Länge eines Monats entspricht hierbei einem synodischen Mondmonat. Zwölf solcher Monate bilden ein Jahr. Ein solches Jahr ist jedoch etwa 11 Tage kürzer als ein tropisches Jahr. Der einzige Kalender von weltweiter Bedeutung, der diesem System folgt, ist der Islamische Kalender.
(reiner) Sonnenkalender, (gebundener) Mondkalender

N

Nakshâtra: 27 oder 28 Sterne, die in der Nähe der Ekliptik stehen und deren Stundenkreise die Ekliptik in 27 bzw. 28 Abschnitte einteilen. Näheres siehe Kalender in Indien.
Tithi, Sankrânti

Nengō: Bezeichnung einer Ära im Japanischen Kalender, die anlässlich der Thronbesteigung eines neuen Kaisers oder anderer herausragender Ereignisse ausgerufen wurde. Siehe Chinesischer Kalender, Kalender in Japan und Vietnam.

Neuer Stil: andere Bezeichnung für den Gregorianischen Kalender, um diesen vom Julianischen Kalender zu unterscheiden.
Alter Stil

Neumond: im astronomischen Sinne Bezeichnung für die Mondphase, in der der Mond in Konjunktion zur Sonne steht.
In Kalendern wird der Neumond meist durch eine zyklische Mondberechnung bestimmt, so z. B. für Die Berechnung des Osterfestes und im Jüdischen Kalender. Die derart berechneten Neumonde können, bedingt durch die recht komplizierte Mondbewegung, nicht unbeträchtlich von den astronomischen Neumonden abweichen.
Vollmond, Ostern

Nonen: im Römischen Kalender Bezeichnung für den acht Tage vor den Iden liegenden Tag eines Monats. Das Wort "Nonen" wird nur im Plural gebraucht (lat. Nonae).
Kalenden

O

Oktaeteris: Bezeichnung eines im antiken Griechenland für gebundene Mondkalender verwendeten Schaltzyklus. Er hatte eine Länge von acht Jahren, von denen fünf Gemeinjahre mit zwölf Monaten und drei Schaltjahre mit dreizehn Monaten waren. Er geht darauf zurück, dass acht tropische Jahre eine Länge von 8 · 365,242199 Tage = 2921,937592 Tagen haben, während 99 synodische Monate 99 · 29,530589 Tage = 2923,528311 Tage haben. Der Fehler beträgt also in acht Jahren bereits mehr als 1,5 Tage.
Metonischer Zyklus, Kallippischer Zyklus

Opposition: eine besondere Konstellation, in der sich ein Planet oder der Mond von der Erde aus gesehen in der entgegengesetzten Richtung zur Sonne befindet.
Konjunktion, Neumond, Vollmond

Ostern: Zentrales Fest der Christlichen Kirchen. Dabei ist für Kalender besonders die Bestimmung des Ostersonntages interessant, die auf eine Festlegung des Konzils zu Nikäa aus dem Jahre 325 u. Z. zurückgeht.
Genaueres zur Berechnung des Osterfestes kann im Artikel Die Berechnung des Osterfestes nachgelesen werden. Ein Formular zur Berechnung des Ostersonntages bietet der Osterrechner.
Epakte, Sonntagsbuchstabe

P

Perigäum: derjenige Punkt der Mondbahn, in dem der Mond (mit 356410 km) seine kleinste Entfernung von der Erde hat.
Perihel, Aphel, Apogäum, Apsidenlinie

Perihel: derjenige Punkt einer Planetenbahn, in dem der Planet seine geringste Entfernung von der Sonne hat. Die Erde ist im Perihel 147,1 Millionen km von der Sonne entfernt.
Aphel, Perigäum, Apogäum, Apsidenlinie

Platonisches Jahr: Zeitdauer eines vollen Umlaufs der Erdachse durch die Präzession. Sie beträgt etwa 25700 Jahre

Präzession: langsame Drehung der Rotationsachse der Erde um eine Achse senkrecht zur Erdbahnebene (Ekliptik). Sie wird durch die Abweichung der Erdform von einer idealen Kugelgestalt und die Gravitationskräfte zwischen Mond und Sonne einerseits sowie der Erde andererseits verursacht.
Für den Beobachter auf der Erde manifestiert sich die Präzession in der Verschiebung des Frühlingspunkts oder auch der Himmelspole. Ein voller Umlauf dauert etwa 25700 Jahre.
Siehe hierzu den Artikel Grundlagen der Zeitrechnung.

Q

R

S

Säkularjahr: Jahr, dessen Jahreszahl ohne Rest durch 100 teilbar ist. Im Gregorianischen Kalender sind die nicht durch 400 teilbaren Säkularjahre keine Schaltjahre.

Sankrânti: Eintritt der Sonne in einen von 27 oder 28 Abschnitten, in die die Ekliptik für indische Kalender unterteilt wird und die von Nakshâtras begrenzt werden. Näheres siehe Indische Kalender.
Tithi

Schaltjahr: Kalenderjahr, in dem zum Angleich an die tatsächliche Länge des dem Kalender zugrunde liegenden Jahres einzelne Tage oder Monate eingeschoben werden. In reinen Sonnen- oder Mondkalendern wird meist ein Schalttag eingeschoben, in gebundenen Mondkalendern hingegen ein ganzer Schaltmonat, da hier die Monatsanfänge mit den Mondphasen synchron bleiben müssen.
Im Gregorianischen Kalender, der in den meisten Ländern offiziell in Gebrauch ist, sind alle Jahre, die durch vier ohne Rest teilbar sind und keine Jahrhundertjahre sind, Schaltjahre. In ihnen hat der Februar 29 Tage. Jahrhundertjahre sind nur dann Schaltjahre, wenn sie ohne Rest durch 400 teilbar sind. Demnach war das Jahr 2000 ein Schaltjahr; das Jahr 2100 wird hingegen kein Schaltjahr sein.
Schaltjahre des Julianischen Kalenders (oder des so gennanten alten Stils) sind alle ohne Rest durch vier teilbaren Jahre. Dadurch vergößert sich die Differenz zwischen den Daten des Gregorianischen und des Julianischen Kalenders in jedem nicht durch 400 teilbaren Jahrhundertjahr um einen Tag.
Der schematische Islamische Kalender hat in einem 30jährigen Zyklus 11 Schaltjahre, der Persische Kalender in einem 2820jährigen Zyklus 683 Schaltjahre. Der Jüdische Kalender hat recht komplizierte Schaltregeln.
Metonischer Zyklus

Sonnenkalender, reiner: ein Kalender, der sich nur am jährlichen Lauf der Sonne orientriert und keine Rücksicht auf die Mondphasen nimmt. Insbesondere ist die Monatslänge unabhängig von den Mondphasen, d. h. der Monatsanfang fällt im Allgemeinen nicht mit einem Neu- oder Vollmond zusammen. Zur Anpassung an die genaue Länge des Jahres kann in einem Schaltjahr daher ein einzelner Schalttag eingefügt werden. Beispiele für reine Sonnenkalender sind der Julianische Kalender, der Gregorianische Kalender oder der Altägyptische Kalender.
(reiner) Mondkalender, (gebundener) Mondkalender

Sonntagsbuchstabe: Buchstabe des ersten Sonntages eines Jahres, wenn die ersten sieben Tage des Jahres mit den Buchstaben A bis G bezeichnet werden. Der Sonntagsbuchstabe wurde zur Bestimmung des Osterfestes verwendet.
Näheres hierzu ist im Artikel Die Berechnung des Osterfesteszu finden.
Goldene Zahl, Ostern, Epakte

Stundenkreis: jeder größte Kreis an der Himmelskugel, der den Himmelsäquator senkrecht schneidet. Insbesondere versteht man unter dem Stundenkreis eines Fixsternes denjenigen größten Kreis, der durch den betreffenden Fixstern verläuft und den Himmelsäquator senkrecht schneidet.
Näheres hierzu ist im Artikel Grundlagen der Zeitrechnung zu finden.
Ekliptik, Großkreis

T

Tag: die grundlegende Zeiteinheit eines Kalenders. Je nach Wahl des Bezugspunktes ergeben sich unterschiedliche Längen. Unmittelbar zu beobachten ist der Sonnentag, der der Zeit zwischen zwei aufeinander folgenden Kulminationen der Sonne entspricht. Durch die ungleichmäßige Bewegung der Erde auf ihrer elliptischen Bahn um die Sonne ist diese Zeitspanne nicht konstant. Aus diesem Grunde führt man den mittleren Sonnentag ein, der der Zeit zwischen zwei aufeinander folgenden Kulminationen einer gedachten "mittleren Sonne" entspricht. Diese mittlere Sonne ist eine als sich im Jahresverlauf gleichförmig bewegend gedachte Sonne. Die Länge eines mittleren Sonnentages beträgt 24 Stunden mittlerer Sonnenzeit.
Ferner kann man den mittleren Sterntag definieren als Zeit zwischen zwei aufeinander folgenden Kulminationen des Frühlingspunktes. Durch die Präzession ist der mittlere Sterntag etwa 0,0084 s länger als der mittlere Sonnentag. Der wahre Sterntag bezieht sich auf den wahren Frühlingspunkt, der durch die Ungleichmäßigkeiten der Präzessionsbewegung (s. Grundlagen der Zeitrechnung) vom mittleren Sterntag etwas abweicht.
Die Tageslängen unterliegen nicht nur periodischen sondern auch säkularen Veränderungen. Durch die Gezeitenreibung verlangsamt sich die Rotation der Erde, und die Tageslänge nimmt um etwa 0,002 s pro Jahrhundert zu.
In den unterschiedlichen Kalendern wird der Tagesanfang auf verschiedene Zeitpunkte gelegt. Der Tag des Julianischen Kalenders sowie des Gregorianischen Kalenders beginnt um Mitternacht. Jüdischer Kalender und Islamischer Kalender beginnen den Tag mit Sonnenuntergang. Das Julianische Datum beginnt den Tag um 12 Uhr Weltzeit, unabhängig vom augenblicklichen Standort des Beobachters.
Monat, Jahr

Tithi: Zeitspanne, in der der Winkelabstand zwischen Sonne und Mond um 12° wächst bzw. abnimmt; findet in indischen Kalendern Anwendung.
Sankrânti, Nakshâtra

Truncated Julian Date: abgekürzt TJD, Julianisches Datum

Tun: Bezeichnung für einen Zeitraum von 18 Uinal = 360 Tagen in der Großen Zählung der Maya.
Kin, Katun, Baktun

Tzolkin: Bezeichnung eines von den Maya verwendeten "Jahres" mit 260 Tagen. Es setzte sich aus 13 "Monaten" mit jeweils 20 Tagen zusammen; siehe hierzu Kalender der Maya.
Haab

U

Uinal: Bezeichnung für einen Zeitraum von 20 Tagen in der Großen Zählung der Maya.
Kin, Tun, Katun, Baktun

V

Vollmond: im astronomischen Sinne Bezeichnung für die Mondphase, in der der Mond in Opposition zur Sonne steht.
Im Kalender spielt der Vollmond lediglich bei der Osterberechnung eine Rolle, in der er als 14. Tag nach dem durch eine zyklische Mondberechnung bestimmten Neumond definiert ist.
Neumond, Ostern

W

Wanderjahr: Bezeichnung für das altägyptische Kalenderjahr, dessen Länge 365 Tage betrug und das damit um 6 Stunden kürzer als das Julianische Jahr war. Dadurch "wanderte" der Jahresanfang des Wanderjahres in 1460 Jahren einmal durch das gesamte Julianische Jahr.
Jahr

X

Y

Z

Zhongqi: Bezeichnung für einen Hauptabschnitt des Chinesischen Kalenders. Ein Hauptabschnitt umfasst einen 15° großen Sektor der Ekliptik, der bei n · 30° ekliptischer Länge beginnt. Siehe Chinesischer Kalender, Kalender in Japan und Vietnam.
Jieqi

zyklische Mondberechnung: Berechnung der Neu- bzw. Vollmonde mit Hilfe eines Mondkalenders. Die Bezeichnung "zyklisch" rührt von der Verwendung bestimmter Zyklen her, in denen sich die Mondphasen wiederholen. Im Julianischen Kalender wurde der Metonische Zyklus verwendet. Für die zyklische Mondberechnung wird ein Mondmonat mit unveränderlicher (durchschnittlicher) Länge angenommen, während die vielen Störungen der Mondbahn relativ starke zeitliche Schwankungen in der tatsächlichen Monatslänge hervorrufen. Die zyklisch berechneten Neu- bzw. Vollmonde werden als zyklische Neu-/Vollmonde bezeichnet im Unterschied zu den wahren Neu-/Vollmonden, die durch astronomische Beobachtungen oder Berechnungen bestimmt werden. Die Gregorianische Kalenderreform passte die zyklische Berechnung an, um den gegenüber dem wahren Vollmond auftretenden Fehler zu minimieren. Siehe Die Berechnung des Osterfestes.

 

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http://www.ortelius.de/kalender/gloss_de.php   © Holger Oertel 2000-2008; letzte Änderung: 9. Februar 2010

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